Samstag, 17. November 2012

Ballotte (AKA gekochte Kastanien)

Eine Männersache. Meine Vater hat in seinem ganzen Leben nie gekocht, aber eine Sache hat er immer gemacht: an kalten Herbstabenden hat er die Esskastanien vorbereitet.

Sie heißen bei uns Brice (geröstet) oder Ballotte (gekocht), aber egal wie, er hat sie immer gemacht. Die Brice muss man "kastrieren", sonst explodieren sie. Wenn ich meinem Vater geholfen haben, habe ich aus Spaß immer eine vergessen. Es war sehr lustig zu sehen, wie meine schlummernde Mutter hochschreckte, wenn eine Kastanie explodierte.

Die Ballotte sind einfacher zu machen, sie explodieren nicht uns außerdem schmecken sie auch noch besser. Ich weiß nicht mehr genau, wie oft ich Bauchweh bekommen habe, weil ich zu viele davon gegessen habe.
Ein weiterer Vorteil der Ballotte ist, dass sie am nächsten Tag sogar noch besser schmecken. Ich habe sie immer als Frühstück mit in die Schule genommen, natürlich zusammen mit den obligatorischen zwei Scheiben Brot mit Öl und Salz.

Mir hat es auch immer Spaß gemacht die Kastanien zu sammeln, auch wenn es ziemlich anstrengend ist und nicht so einfach, wie man denkt. Man muss die guten Kastanien von den schlechten unterscheiden können, sonst strengt man sich den ganzen Tag an und erlebt abends eine "bittere" Überraschung. Wenn ihr sie kauft dann achtet darauf, dass die Schale intakt ist, glatt und glänzend und ohne braune oder grüne Stellen. Sie müssen sich hart anfühlen. Wenn sie verschrumpelt sind, sind sie alt, und wenn sie kleine Löcher haben, dann ist wahrscheinlich schon ein Wurm drin.

Die großen Maroni eignen sich sehr gut zum rösten, während die kleinen aber geschmackvollen Pistolesi oder Garrone Rosso besser zum kochen geeignet sind.

für 2 Personen

1 EL Bio-Wild-Fenchelsamen
1 TL Salz
1/2 Kg Kastanie 

Einen Topf mit Wasser füllen, Kastanien, Salz und Fenchelsamen dazu geben. Zum kochen bringen. Etwas runter schalten und dann 20 Minuten köcheln lassen. Um zu prüfen, ob die Kastanien fertig sind müsst ihr eine halbieren. Sie ist fertig, wenn das Fleisch weich ist und sich leicht von der Schale lösen lässt.

P.S. Ich widme diese Rezept meinem Vater, der am 19. Oktober mit 86 Jahren verstorben ist.



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